Die Geoinformatik an der Friedrich-Schiller-Universität (FSU-Jena) präsentiert sich in Forschung und Lehre als innovative Wissenschaft von der raumbezogenen Informationsverarbeitung in der Geographie. Seit ihrer Einrichtung im Jahre 1994 am Geographischen Institut konzentriert sie sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit darauf, wie geographisch verteilte Objekte des heterogenen natürlichen Landschaftspotentials (‚Natural Environment’) und seiner anthropogenen Bewirtschaftung (‚Human Dimension’) in ihrer prozessorientierten, interaktiven Dynamik und räumlichen Verteilung systemorientiert (1) klassifiziert, (2) analysiert und (3) modelliert werden können.
Methodisch werden diese wissenschaftlichen Herausforderungen am Beispiel von Umweltsystemen nationaler und internationaler Flusseinzugsgebiete untersucht. Hierzu werden in den verschiedenen Abteilungen des Lehrstuhls innovative Techniken der Fernerkundung (FE), Geographische Informationssysteme (GIS), Systemanalyse und Modellierung (SAM), Informationsmanagement und Informatik (IMI) sowie Software-Engineering (SE) synergetisch eingesetzt und in der Entwicklung von Integrierten Flusseinzugsgebiets Bewertungssystemen (IFEBS) z.B. für die Analyse des Wasser- und Stofftransports im Hinblick auf die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) problemorientiert angewandt.
In der dynamischen und multidisziplinären Forschungsgruppe des Lehrstuhls arbeiten dementsprechend WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Geoinformatik, Geographie, Hydrologie, Informatik, Informationsverarbeitung und Softwareentwicklung in projektübergreifenden Arbeitsgruppen zusammen. Dieses professionelle Potential wird kontinuierlich durch GastwissenschaftlerInnen aus dem In- und Ausland ergänzt.
Die genannten Forschungsfelder bearbeitet das Wissenschaftlerteam des Lehrstuhls im Rahmen von Forschungsprojekten mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern und einem breiten Spektrum von Drittmittelgebern. Diese Forschungsprojekte werden schwerpunktmäßig in die akademische Ausbildung integriert, d.h. in Lehrveranstaltungen reflektiert und im Rahmen von Diplom- und Magisterarbeiten sowie Dissertationsschriften aufgearbeitet und vertieft.
Als Schnittstelle zu Wirtschaft und Industrie wurde im Jahr 2001 mit Mitteln des ‚Stifterverbands der Deutschen Wissenschaft’ das Kompetenzzentrum ‚Dynamik komplexer geo-Systeme (DKS)’ gegründet, das sich seither erfolgreich im nationalen und internationalen Forschungsfeld etabliert hat. Das DKS vergibt u.a. Promotionsstipendien an herausragende Geoinformatik-AbsolventenInnen, um ihnen eine eigene Projekteinwerbung zu ermöglichen.